5 Min. Lesezeit · EU-E-Rechnungsformate erklärt
XRechnung vs Peppol BIS 3.0 — Was ist der Unterschied?
Sowohl XRechnung als auch Peppol BIS 3.0 sind EU-E-Rechnungsformate, die auf demselben Kernstandard basieren — EN 16931. Sie richten sich jedoch an unterschiedliche Empfänger, werden über verschiedene Netzwerke übermittelt und haben unterschiedliche Validierungsregeln. Das Wichtigste im Überblick.
Die kurze Antwort
| Format | Verwenden wenn… | Netzwerk |
|---|---|---|
| XRechnung | Rechnung an einen deutschen öffentlichen Auftraggeber (B2G) | Peppol oder direkter Portal-Upload |
| Peppol BIS 3.0 | Rechnung an jeden Empfänger im Peppol-Netzwerk (NL, BE, EU) | Peppol-Netzwerk (Zugangspunkt erforderlich) |
| EN 16931 UBL | Grenzüberschreitende EU-Rechnung ohne spezifische Netzwerkanforderung | Direkter Austausch (E-Mail, SFTP, API) |
Was sie gemeinsam haben
Beide Formate sind UBL 2.1 XML-Dokumente, die EN 16931 entsprechen — dem europäischen Standard für elektronische Rechnungen. Sie teilen dasselbe Kerndatenmodell: Verkäufer- und Käuferdaten, Positionen, MwSt.-Aufschlüsselung, Zahlungsbedingungen und obligatorische Geschäftsregeln (BR-*-Regeln), die jede gültige Rechnung erfüllen muss.
Eine gültige XRechnung ist gleichzeitig eine gültige EN 16931 UBL-Rechnung. Umgekehrt gilt das nicht zwingend.
Wo sie sich unterscheiden
CustomizationID
Der wichtigste Unterschied ist das Feld CustomizationID. Es teilt dem Empfangssystem mit, welcher Regelwerk gilt:
Länderspezifische Regeln
XRechnung ergänzt EN 16931 um deutsche Schematron-Regeln mit dem Präfix BR-DE-*. Diese erzwingen strengere Anforderungen für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber — zum Beispiel ist ein Zahlungsweg-Code Pflichtfeld, und bestimmte Freitextfelder sind nicht erlaubt.
Peppol BIS 3.0 hat eine eigene CIUS (Core Invoice Usage Specification) mit Regeln, die mit PEPPOL-EN16931-* beginnen. Diese sind in der Absicht ähnlich, unterscheiden sich jedoch im Detail.
Übermittlungsweg
XRechnungen werden direkt an deutsche Behördenportale (z. B. ZRE, OZG-RE) übermittelt oder über einen Peppol-Zugangspunkt an einen Empfänger mit Peppol-ID gesendet. Peppol BIS 3.0-Rechnungen müssen über das Peppol-Netzwerk übertragen werden — dafür ist ein registrierter Peppol-Zugangspunkt erforderlich.
Welches Format soll ich verwenden?
- ✓Rechnung an eine Bundes-, Landes- oder Kommunalbehörde → XRechnung UBL 2.1
- ✓Rechnung an ein niederländisches oder belgisches Unternehmen mit Peppol → Peppol BIS 3.0
- ✓Rechnung an einen französischen Kunden → Factur-X CII XML (anderes Format, basiert auf UN/CEFACT CII)
- ✓Grenzüberschreitende EU-Rechnung ohne spezifische Anforderung des Käufers → EN 16931 Generic UBL
Rechnung vor dem Versand validieren
Unabhängig vom Format lohnt es sich, die Rechnung vor dem Versand zu validieren. Eine abgelehnte Rechnung verzögert die Zahlung und erfordert oft eine manuelle Nachbearbeitung. BaseInvoice prüft gegen EN 16931-Kernregeln sowie formatspezifische Schematrons (BR-DE-* für XRechnung, PEPPOL-EN16931-* für Peppol BIS 3.0) und zeigt für jeden Fehler den genauen Regelcode, das betroffene Feld und den Korrekturhinweis.
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